Schon seit grauer Vorzeit standen unsere Vorfahren vor dem Problem, Fleisch haltbar zu machen, da nur selten die Beute einer erfolgreichen Jagd auf einmal verzehrt werden konnte. Ohne Kühlung jedoch verdirbt Fleisch relativ schnell und Kühlung gab es außer im hohen Norden nicht oder nur in unvollkommener Form.
Um die bakterielle Aktivität im Fleisch zu vermindern, die letztlich
zur Verderbnis führt, ist es sehr nützlich, dem Fleisch Wasser zu
entziehen, da Fäulnisbakterien auf eben dieses Wasser angewiesen sind.
Wo Lufttrocknung möglich ist, wie z.B. im Gebirge, wird sie zum Teil
noch bis heute angewendet. Wo die Luft zu feucht und zu warm war, hat
man schon früh erkannt, daß Salzen und Räuchern Fleisch länger haltbar
macht. Beides entzieht dem Fleisch Wasser und verschlechtert zusätzlich
durch bestimmte Substanzen, wie das Salz selbst, aber auch die Harze
und andere im Rauch vorhandene Substanzen die Lebensbedingungen für
Fäulnisbakterien. Als man zusätzlich dem Salz noch Salpeter beimischte,
wurde auch der Botulinus-Keim, der gelegentlich im Fleisch vorkam und
ein starkes Gift ausscheidet, entscheidend im Wachstum gehemmt. Salzen
unter Zugabe von Salpeter oder heute direkt Nitrit nennt man Pökeln.
Beim Pökeln mit Salpeter (Nitrat) bauen bestimmte, erwünschte Bakterien
dieses zu Nitrit ab. Das Nitrit verbindet sich mit dem roten
Muskelfarbstoff und stabilisiert diesen zum typischen Pökelrot. Umd den
Vorgang des Pökelns zu beschleunigen kann man dem Salz Natriumascorbat,
eine Vorstufe von Vitamin C zusetzen. Das führt jedoch zu einem sehr
ausgeprägten säuerlichen Geschmack.
Geräuchert wird
hauptsächlich mit Buchenspänen, die sich über die Zeit als geeignetes
Holz erwiesen haben. Regionale Spezialitäten wie der berühmte
Schwarzwälder Schinken, werden auch über anderen Holzsorten, wie Tanne
oder unter Zugabe aromatischer Gewürze wie Wacholderbeeren und -zweigen
geräuchert. Bei billigen Massenprodukten kommt auch sogenannter
"flüssiger Rauch" zum Einsatz, eine teerartige Flüssigkeit, die aus
Holz gewonnen und fein über die Fleischwaren vernebelt wird. Der
geschmackliche und qualitative Unterschied zwischen solcherart
hergestellten und handwerklich gepökelten und geräucherten Würsten und
Schinken ist jedoch mehr als deutlich.
Beim Pökeln unterscheidet man zwischen Naß- und Trockenpökelung. Bei
ersterer wird das Fleisch in eine angesetzte Salzlake mit einem
definierten Salzgehalt eingelegt, während bei der Trockenpökelung das
Fleisch mit dem Pökelsalz eingerieben wird. Naßpökelung, besonders wenn
das Fleisch auch noch mit Pökellake gespritzt wird, geht erheblich
schneller, macht das Fleisch aber nicht so haltbar wie eine
Trockenpökelung, die hauptsächlich bei hochwertigen ganzen Schinken
angewendet wird.
Beim Räuchern unterscheidet man Kalträucherung
(bis etwa 25°C), Warmräucherung (unter 70°C) und Heißräucherung (über
70°C). Kalträuchern dauert am längsten und macht das Fleisch am
haltbarsten, allerdings bleibt es dabei roh, während es bei Warm- und
Heißräucherung zumindest teilweise gegart wird. Heißgeräuchert werden
besonders Fisch und spezielle Wurstsorten. Warmgeräuchert z.B. das
bekannte Kasslerfleisch, welches nicht aus Kassel kommt, sondern von
einem Berliner Metzgermeister Kassel erfunden wurde. Kaltgeräuchert
sind die meisten Schinken und Rohwürste, wie Salami.